Kreuzung Weingartenstraße-Moltkestraße

Rundumgrün an der Kreuzung Moltke-/Weingartenstraße bleibt bestehen

Der ADFC Offenburg sprach sich der ADFC sich für Beibehaltung des Rundumgrüns an der Kreuzung Weingartenstraße/Moltkestraße aus und begrüßt die diesbezügliche Entscheidung im Verkehrsausschusses am 25.01.2023.

Der ADFC Offenburg befürwortet eine Verkehrsinfrastruktur, die ein sicheres Vorankommen für alle Verkehrsteilnehmer ermöglicht. Die Abschaffung der Rundumgrüns in der in DS 195/22 vorgeschlagenen Form ist ein Schritt in die falsche Richtung.

Deshalb sprach sich der ADFC im Vorfeld der Sitzung des Verkehrsausschusses am 25.01.2023 gegen die Annahme der obigen Vorlage aus.

Der ADFC Offenburg rief die Fraktionen im Verkehrsausschuss dazu auf, die Erarbeitung weiterer Lösungsvorschläge zur Behebung des Unfallschwerpunkts mit Erhalt des Rundumgrüns für Fuß- und Radverkehr zu fordern. Die in der Beschlussvorlage DS 195/22 ausgeführte Lösung für die Kreuzung Moltke- /Weingartenstraße hat bedeutende Nachteile.
Laut der Vorlage wird die Kreuzung ausschließlich aufgrund von Kollisionen linksabbiegender Kfz mit geradeausfahrenden Kfz als Unfallschwerpunkt eingeordnet.
Abhängig von den genauen Unfallhergängen gibt es verschiedene Ansätze, um diese Unfallgefahr kurzfristig zu verringern, z.B. zusätzliche optische Hinweise für die linksabbiegenden Kfz, Geschwindigkeitsbeschränkungen, oder die Einführung einer separaten Ampelphase für Linksabbieger. Die Beschlussvorlage enthält ausschließlich letztere Option.

Alle sonstigen Inhalte der Vorlage tragen zur Behebung des ursächlichen Unfallschwerpunkts nicht bei, sondern führen zu erheblichen neuen Gefahren.

Einige wichtige Gründe für die Position:

  • Alle Radwege in jeder Fahrtrichtung der Kreuzung sind in den offiziellen Radschulwegplänen der Stadt als sichere Schulwege ausgewiesen und werden als solche auch intensiv genutzt.
     
  • Der Konflikt Kfz gegen Kfz würde durch einen Konflikt Kfz gegen Fußgänger/Radfahrer ersetzt. Der vorgeschlagene Ersatz der bestehenden Schaltung der Fußgänger und Radfahrer (Rundumgrün) durch eine Parallelschaltung gemeinsam mit den rechtsabbiegenden Kfz sorgt dafür, dass abbiegende Kfz-Ströme, die bereits jetzt in Konflikt mit geradeausfahrenden Kfz geraten (siehe Begründung für den Unfallschwerpunkt), dann parallel mit geradeausfahrenden Fußgängern und Radfahrern Grün hätten. Sämtliche Unfallforschungen und -statistiken belegen, dass dies eine der Hauptursachen für schwere und tödliche Unfälle zwischen Kfz und Fußgängern/Radfahrern ist (sogenannte "Rechtsabbieger-Unfälle"). Auch in Offenburg gab es deswegen bereits schwere Unfälle, u.a. an der Zähringer Straße / Grabenallee war das ein Grund für Einführung des Rundumgrüns.
     
  • Der geplante Aufbau von Gittern auf den Rad- und Gehwegen stellt ein erhebliches Kollisions- und Sicherheitsrisiko dar. Durch die Gitter wird der verbleibende Verkehrsraum auf Geh- und Radweg um ca. 1 m eingeengt (50 cm vorgeschriebener Sicherheitsabstand vom Gitter zu beiden Seiten!). Zudem behindern die Gitter die Sicht im Kreuzungsbereich.
     
  • Die Absetzung der Furten vom Kreuzungsmittelpunkt ist erheblich, sodass die Sichtbeziehungen durch Hausecken und Mauern verschlechtert werden. An einigen Stellen der im Plan eingezeichneten neuen Furten befinden sich hohe, nicht abgesenkte Bordsteine und Pflanzbeete.
     
  • Eine Verbesserung der Barrierefreiheit wird durch die Beschlussvorlage nicht erreicht. Vielmehr werden die potentiellen Konflikte vom weiten, offenen Kreuzungsbereich (den bei Rundumgrün alle nutzen) in den engen Seitenraum verlagert, wo zukünftig hinter den Gittern wartende Fußgänger und Radfahrer im Längsverkehr mit den fahrenden aus dem Querverkehr in Konflikt geraten werden. Eine echte Verbesserung, die im Rahmen der Neuplanung berücksichtigt werden könnte, könnte sich z.B. durch getrennte Grünphasen für Fuß- und Radverkehr ergeben.
     
  • Die beiden Straßen sind aktuell Teil städtischer Planungen für eine grundlegende Neugestaltung des Verkehrsraums. Eine kurzfristige Abhilfe des Unfallschwerpunkts sollte deshalb nur absolut notwendige Maßnahmen beinhalten, kosteneffizient sein sowie den aktuellen Planungen möglichst nicht vorgreifen. Eine komplette Neusignalisierung der Kreuzung inklusive baulicher Änderungen ist teuer und zum aktuellen Zeitpunkt widersinnig.

Der ADFC Offenburg bedankt sich bei den Stadträten für die einstimmige Ablehung des Antrags DS 195/22.

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