RADSPASS - mit Sicherheit
Die gute Nachricht: Immer mehr Menschen fahren Rad. Die schlechte Nachricht: Es gibt mehr Unfälle mit dem Rad. Was hilft?

Üben. Das ist die einfache Antwort.
Fahrsicherheitstrainings erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Das ist eine gute Nachricht, denn die Verkaufszahlen von Fahrrädern mit Tretunterstützung - sogenannte Pedelecs oder E-Bikes - sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. In Deutschland waren Ende 2022 rund 10 Mio. E-Bikes unterwegs (Quelle: ZIV). Gleichzeitig haben leider auch die Unfälle mit motorunterstützten Fahrrädern zugenommen.
Entsprechend groß ist der Bedarf an in Kursen vermitteltem fahrtechnischem Knowhow. Der ADFC bietet bereits seit vielen Jahren Fahrsicherheitstraings mit Fahrrad und Pedelec an. Denn solches Training schafft ideale Voraussetzungen, um mit dem Fahrrad möglichst sicher unterwegs zu sein zu können.
SWR Aktuell berichtet über Unfälle und Training mit Pedelecs
Der Sender SWR berichtet “Die unterschätzte Gefahr: Unfälle mit Pedelecs enden häufiger tödlich”, Ein Video zeigt ein Training der Fahrsicherheit beim ADFC Offenburg..
Die Wirksamkeit von Fahrsicherheitstrainings wurde vom ADFC Landesverband Bayern in einer verkehrspsychologischen Begleitstudie untersucht. Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Fahrsicherheitstrainings erhöhen das Sicherheitsgefühl der Teilnehmenden und verändern das Mobilitätsverhalten. 83 Prozent der befragten 99 Teilnehmer*innen fühlen sich beim Radfahren nach dem Training "sicherer" oder sogar "viel sicherer“. Außerdem hat die Teilnahme am ADFC-Fahrsicherheitstraining bei knapp 40 Prozent der Radfahrenden dazu geführt, dass sie jetzt noch öfter mit dem Rad unterwegs sind als vor dem Training.
Hütchen umkurven macht Spaß und schafft Sicherheit
Im Hütchen-Parcour zeigt der ADFC-Radspaßtrainer, wie es geht. Er fährt im Slalom um Hütchen herum und macht dann eine Vollbremsung zwischen zwei Hütchen. Beim Fahrsicherheitstraining gehe es darum, anfahren, bremsen, Kurven fahren und langsam fahren zu üben, erklärt der Trainer. “Alles, was man im Straßenverkehr eben so braucht.”
Die allermeisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien schon älter, so der ADFC-Fachmann. Wenn ältere Leute nach Jahren wieder anfangen würden, Fahrrad zu fahren und sich dann ein Pedelec kaufen, würden sie oft noch an das "Radfahren von früher" denken. Das sei aber nicht vergleichbar. "Früher wogen Fahrräder, wenn's hochkommt, 10 bis 15 Kilo. E-Bikes sind oft viel schwerer und auch viel schwerer zu handhaben."
Außerdem seien die Leute ja auch älter geworden und weniger beweglich als früher. Auch die Reaktionsgeschwindigkeit nehme ab, erklärt Windelberg. “Die Leute unterschätzen das.”
ADFC fordert bessere Radinfrastruktur, um schwere Unfälle zu vermeiden
Trainung hilft, reicht jedoch nicht aus. Zu schmale, kaputte oder zugeparkte Radwege oder Radwege, die an gefährlichen Kreuzungen einfach enden - all das mache den Radverkehr unsicherer. Besser wäre es, erst einmal die Radinfrastruktur zu verbessern, damit überhaupt weniger schwere Unfälle passieren, so Monika Kunschner, Vorsitzende des ADFC Offenburg.